Kannst du ein Projekt nicht selber entwickeln, so stehst du vor der Frage, wie du jemanden an die Hand bekommst um deine App umzusetzen. Grundsätzlich gibt es zwei Wege: ein Freelancer und eine Agentur. Es gibt keinen „richtigen“ Weg, denn der hängt von dir ab. Dieser Artikel wird dir helfen zu entscheiden welcher Weg für dich besser ist.

Bei dieser Entscheidung spielen hauptsächlich folgende Faktoren eine Rolle: persönlicher Kontakt, Organisationsaufwand, und Kosten. Da die Präferenzen von dir abhängen so kann es auch keine Sortierung geben, welches wohl der ausschlaggebende Punkt ist.

Es liegt in deiner Hand zu entscheiden, wie du dein Projekt angehen willst. Das heißt auch: mit wem willst du wie kommunizieren, um zum Ziel zu kommen? Mit einem Projektmanager der Agentur? Oder mit einem Entwickler, der am Ende den Code schreibt?

Persönlicher Kontakt mit dem Entwickler?

Gehst du den Weg über eine Agentur, so wirst du wahrscheinlich hauptsächlich mit einem Projektmanager kommunizieren. Dieser kümmert sich für die Agentur um das Projekt und verteilt die Aufgaben an die Entwickler und dient ebenso als Sprachrohr für Rückfragen an dich. Es gibt auch Mischformen, wo die Entwickler auch direkt mit dir Kontakt haben werden, aber hier kommt es auf die Agentur selber an. Suchst du dir hingegen einen freiberuflichen Entwickler, einen Freelancer, so gibt es natürlich nur den direkten Draht zu ihm.

Hier stellt sich die Frage: Was ist dir lieber? Hast du den direkten Draht, so sind die Wege kürzer und Fragen klären sich schneller. Ebenso entsteht auf diesem Weg ein persönlicherer Kontakt und du lernst den Entwickler kennen. Ihr könnt euch besser aufeinander einschießen. Natürlich ist es auch legitim, wenn du diesen Kontakt nicht willst. Vor allem, wenn das Projekt größer wird und mehrere Entwickler am Projekt beteiligt sind. Denn dann sparst du dir vor allem Organisationsaufwand.

Organisationsaufwand

Sind mehrere Entwickler beteiligt, dann kann es für dich komfortabler sein, wenn du trotzdem eine einzige feste Bezugsperson einer Agentur hast, die für dich die komplexere Kommunikation mit mehreren Entwicklern vereinfacht. App-Projekte können auch schnell groß genug sein um mehrere Entwickler an Bord zu haben. Z. B. einer für die iOS-App, einer für die Android-App und vielleicht noch einer für das Backend auf einem Server. Oder vielleicht ist die App noch größer und es braucht noch mehr Entwickler? Hast du eine Agentur, dann wird diese für dich das Projektmanagement übernehmen und du musst mit der Agentur nur ausmachen, was bis wann fertig sein soll.

Hast du mehrere einzelne Entwickler direkt an der Hand, dann kann das natürlich sehr aufwendig werden. Gerade, wenn du noch keine Projekterfahrung mit Software hast. Aber auch hier können sich mehrere Freiberufler zusammenschließen und einer übernimmt das Projektmanagement. Somit kannst du sowohl den persönlichen Draht haben, als auch einen technischen Projektleiter, der den komplexeren Teil der Kommunikation übernimmt.

Natürlich lässt sich eine Agentur solch einen extra Aufwand an Organisation auch bezahlen. Somit kommen wir zu den Kosten.

Kosten

Ein Freiberufler muss mit Ausfällen rechnen, mit Krankheitstagen, mit Urlaub und mit Projektrisiko. Eine Agentur auch. Allerdings haben Agenturen oft mehr Overhead. Nicht aktiv am Projekt beteiligte Personaler müssen bezahlt werden, Verkäufer und Marketer auch. Das heißt, im Schnitt muss eine Agentur mehr verlangen als ein Freiberufler um Kosten decken zu können.

Sind Kosten also der ausschlaggebende Faktor, so kann sich die Zusammenarbeit mit einem Freiberufler lohnen. Natürlich kannst du auch Angebote von Freiberuflern und Agenturen einholen und vergleichen.

Es liegt an deinen Präferenzen

Wie du siehst, es gibt kein richtig und kein falsch, sondern nur was deinen Vorstellungen eher entspricht. Die oben genannten Punkte sind meiner Erfahrung nach die ausschlaggebenden. Es gibt jedoch noch weitere Aspekte, die gerne zur Argumentation herangezogen werden, die jedoch wenig Einfluss haben sollten.

Wenig aussagekräftige Punkte

Ein beliebtes Argument gegen Freiberufler ist, dass wir nun mal einzelne Personen sind. Agenturen hingegen können direkt ein ganzes Team (Manpower) stellen mit einer großen Bandbreite an Fähigkeiten. Das stimmt an sich, jedoch haben auch wir Freiberufler ein Netzwerk und wissen, wer gut und zuverlässig ist. Wir können abschätzen, wer aus unserem Netzwerk kommunikativ gut ins Team für dein Projekt passt. Und somit hast du mehr Kontrolle, mit wem du zusammenarbeiten willst. Als Freiberufler überlebt man nur, wenn man gut ist und sich richtig spezialisiert. Wie hört sich denn der Klang von „ein Team aus Spezialisten“ für dich an?
Selbst Agenturen haben nicht immer die Manpower parat, die sie gerne für ein Projekt hätten. Was ist am Ende die Lösung für die Agentur? Genau. Sie holt sich Freiberufler ins Projekt. Das ist nicht verkehrt! Ich habe einige Agenturen, mit denen ich oft und gerne zusammenarbeite. Das bedeutet nur, dass das Manpower-Argument keine Relevanz haben sollte.

Ebenso ein wichtiges Thema: die Nachbetreuung. Ein Freiberufler kann dich nach dem Abschluss des Projektes genau so gut nachbetreuen wie eine Agentur. Ist der Entwickler schlecht? Keine Nachbetreuung. Ist die Agentur schlecht? Ebenso keine Nachbetreuung. Der Unterschied? Hast du den direkten Draht zum Entwickler, dann hast du einen persönlichen Kontakt. Bei Agenturen kann es passieren, dass sie dich zwar nachbetreuen wollen, die Entwickler inzwischen aber die Firma gewechselt haben. Das Know-how über dein Projekt? Ja, das muss sich ein neuer Entwickler in der Agentur erst mal aneignen. Das dauert. Und die Agentur wird indirekt die Kosten auf dich übertragen.

Zusammenfassung

Was ist dir wichtig bei der Umsetzung von deinem Projekt? Wie würdest du es gerne umsetzen? Wie viel direkten Kontakt willst du mit denen, die den Code für dich schreiben? Wie kurz sollen die Kommunikationswege sein? Sind dir Kosten wichtiger oder lieber der möglichst geringe Organisationsaufwand? An diesen Punkten solltest du entscheiden, mit wem du zusammen arbeitest.

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